A U F S T E I G E R!
31. Mai 2009
Yayayay!
Auch wenn es zwischenzeitlich überhaupt nicht so ausschaute, haben unsere Amateure es letztendlich (mit tatkräftiger Unterstützung von Eintracht Trier) doch noch geschafft, am 33. Spieltag den Aufstieg klarzumachen! Doch gehen wir nochmal ein paar Stunden zurück…
Da sich meine 2 Knallköpfe erdreisteten, „Abitur“ als Grund zum Wegbleiben anzugeben, suchte ich mir 2 Mitfahrer um mit dem WET hoch nach Münster zu fahren…5 Minuten vor Abfahrt des Zuges bekam ich dann allerdings die SMS, dass diese ihren Zug verpasst haben. Naja, schnell 3 Borussen angequatscht mit denen man dann den Weg nach Münster antreten sollte. Dummerweise verpassten wir einen Zug, sodass uns neben einem Umweg über Dortmund & Wanne-Eickel auch reichlich Verspätung nicht erspart blieb. So kam es, dass wir 20 Minuten nach Anpfiff erst das Stadiongelände betraten. Vor dem Stadion sah man dann noch die Dortmunder SEK-SV, was zumindest bei mir für einen Kloß im Hals sorgte. Hoffentlich bleibt mir dieses Schicksal auf ewig erspart… Nachdem ich mir zu recht fairen Preisen noch schnell eine Karte besorgte, ging es dann rein ins Vergnügen. Sehr nettes Stadion für meine Begriffe, dicker Minuspunkt allerdings diese elendigen Drecks-Mücken-Wasauchimmer. Echt nervig, das ganze Spiel über irgendwas vor einem herumschwirren zu haben. Hass!
Dies sollte logischerweise nach der kuriosen Schlussphase vergessen sein, sodass man noch lange Zeit nach Abpfiff die Mannschaft feierte, und einfach fröhlich durch den Block tanzte. Nachdem auch die letzten Gesänge verklungen waren, machte ich mich nun auf, da ich eine sehr gute Mitfahrgelegenheit gen Heimat wahrnehmen konnte, sodass man schon, anders als sonst, am frühen Abend wieder daheim war. Alles in allem sehr genialer Tag, und die Vorfreude auf nächste Woche steigt stetig ( – Endlich mal wieder vollzählig am Start, ihr Möchtegern-Intellektuellen-Abiturienten!)
Giog
Und jetzt?
24. Mai 2009
Das wars also. Gestern um 17:21 war alles vorbei. Nicht nur die Saison, sondern auch die Träume vom internationalen Geschäft. Den Tag über war dann einfach nur Ärger darüber angesagt, dass es am Ende passenderweise ein Unentschieden war, dass uns den Weg verbaut. Doch alles nicht geklappt, obwohl wir so nah dran waren.
Aber auch gestern schon kam dann schon langsam der Verstand zurück der sagt: „Alles nicht geklappt? Völliger Unsinn!“ Und Recht hat er. Klar ist es schade, so kurz vorm Ziel gescheitert zu sein. Aber wenn man sich mal den Verlauf der Saison vor Augen führt, hätte man das erstens niemals so erwarten können und zweitens war es auch so schon geil genug. Klar, Platz 5 wäre die Krönung gewesen. Aber gehts beim Fußball nur um das Ergebnis?
Ich denke nicht. Viel mehr geht es darum, den Moment zu leben. Zu merken, dass der Funke überspringt, dass die Mannschaft sich auf dem Feld zerreißt. Zu spüren, wie die Menschen um einen herum alles geben um gemeinsam den Sieg herbeizuschreien. Es geht darum, den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn die ganze Tribüne eskaliert. Am Ende geht es darum stolz zu sein. Stolz auf das was man zusammen geleistet hat. Wie man die Farben die man liebt vertreten hat. In Deutschland und auch darüber hinaus.
Wenn ich mir jetzt die Saison wieder ins Gedächtnis rufe kann ich sagen: Es hat nichts gefehlt. Das Derby der Hinrunde war das Unfassbarste, das ich je erlebt habe. Die Erinnerung an den Sonderzug und das Spiel in Udine werden mich für immer begleiten, da bin ich sicher. Oft stand ich auf der Tribüne und war einfach nur begeistert von dem, was unsere Mannschaft da gezeigt hat. Also Bonus obendrauf hab ich eine Menge neue Kontakte geknüpft und klasse Leute kennengelernt im Laufe dieser Saison.
Ich bin zufrieden. Wir werden jetzt zwar nicht international spielen in dem Jahr, in dem unsere Liebe 100 Jahre alt wird. Trotzdem sind wir gut in dieses wichtige Jahr gestartet. Grundlagen wurden gelegt. Wir haben einen richtig guten Trainer und eine Mannschaft die nun zumindest den Grundstock für eine erfolgreiche Zukunft bietet. Das vor allem auch deshalb, weil sie zu einem großen Anteil aus jungen Spielen besteht. Das eine ganze Reihe unseres Nachwuchses auch noch aus der Region kommt, gefällt mir besonders.
Auch wenn ein kleiner Rest Ärger natürlich bleiben wird, geh ich trotzdem nicht schlecht gelaunt in die Sommerpause. Und noch ist ja auch nicht alles vorbei, in Sachen Fußball und Titel.
Unsere Amateure können (und werden!) noch die Meisterschaft in der Regionalliga-West klar machen und damit den Aufstieg in die 3. Liga sichern.
Dazu wird es mit Sicherheit an dieser Stelle auch nochmal was zu lesen geben.
Bevor es so weit ist, muss ich aber noch eben mein Abi derbe in den Sand setzten. Aber danach wird mit dem Aufstieg der Amas der Urlaub eingeläutet!
Europapokal!
18. Mai 2009
Nach dem Anlegen der Überschrift musste ich doch für einen Moment inne halten, ob das nicht eine gewagte Äußerung ist, denn noch ist nichts entschieden, aber lassen wir es einfach mal so stehen. Vor dem Spiel sah die Tabelle allerdings noch nicht so wundervoll aus, zumindest nicht als ich mich in aller Frühe ( Grüße an unseren Fahrer an dieser Stelle! ) aus dem Bett quälte. Unsere übliche Truppe sollten heute durch drei Mann verstärkt werden, was sich wie schon beim letzten Mal als absolut spaßig herausstellen sollte, an dieser Stelle Grüße an die Jungs, falls ihr es lest. War der ein oder andere am Morgen noch etwas benebelt, sollte man letztendlich bis zum zeitigen Erreichen der Bierhauptstadt wieder eine extrem ausgelassene Atmosphäre im Auto beobachten können. Gerüchten zufolge sorgten einige leicht bekleidete junge Damen noch zur allgemeinen Erheiterung, aber darüber legen wir lieber den Mantel des Schweigens. („Alter, die stehen da schon um ZEHN !!! Uhr“) Nachdem man noch zusammen zu einer Dortmunder Kneipe lief machten Lukas und ich uns recht früh auf den Weg, um noch 2 überschüssige Karten zu verkaufen…“Wohne 10-15 Minuten vom Stadion weg, einfach anklingeln“…Jo, is klar. Nachdem man die Karten an den Mann (bzw. die Frau) gebracht hatte, bahnten wir uns den Weg zu unserem Plätzchen und verbrachten die restliche Zeit mit den üblichen Dingen. In der ersten Halbzeit sollte ein sehr trauriger Anlass der Grund für eine kleine „Choreo“ sein, so wurde in der 09. Minute nochmals an die verstorbene Borussin Marion gedacht, die durch einen Autounfall ums Leben kam…Ruhe in Frieden.
Die erste Halbzeit gab für meinen Geschmack nicht allzuviel her, war es die meiste Zeit doch recht zäh, was sich auch auf der Tribüne wiederspiegelte. Allerdings schossen die Kölner in Hamburg schon sehr sehr früh das 0:1, sodass nach dem Dortmunder 1:0 durch Sebastian Kehl einige schon die Europapokal-Gesänge auf den Lippen hatten. Nun, was soll ich zur zweiten Halbzeit sagen? 5 weitere Tore durfte man bejubeln, einfach ein kongenialer letzter Heimsieg in dieser Saison, einfach schön wenn man durchgehend mit einem Lachen auf der Tribüne stehen kann. Nach Abpfiff hieß es dann nochmal bangen ob des Ergebnisses in Hamburg, doch die Kölner hielten ihr 0:1 und der neue 5. hieß damit BORUSSIA DORTMUND!
Nachdem dies entsprechend gefeiert wurde, machten wir uns noch auf um 2 unserer Mitfahrer abzuholen und verließen schließlich…über einen kleinen Umweg… unsere geliebte Stadt Dortmund Richtung Süden.
An dieser Stelle noch einen Gruß an HW von HW-L, nächstes Mal dann!
Mal was anderes
11. Mai 2009
Mal was anderes ist nicht nur das Design, dass ja jetzt erst durch einen aktuellen Artikel eingeweiht wird.
Zwar gab es nach dem letzten Heimspiel mit anschließendem Besuch bei den Handballdamen einiges zu erzählen, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen. Hab dann doch mal bischen was gelernt zwischendurch auch.
Aber wie gesagt, nicht nur das Design ist neu. Eine völlig neue Erfahrung war auch der letzte Spielbesuch für mich. Zum einen hatte ich meine jüngere Schwester dabei, was an sich schon ungewöhnlich genug ist. Zum anderen stand ich als Folge dessen zum ersten mal seit längerem nicht auf der Süd bei einem Heimspiel. Da ich zufälligerweise Freikarten für Block 50 auf der Haupttribüne hatte, nahm ich die Chance natürlich wahr, mal Haupttribünenflair zu erleben. Insgesamt muss ich sagen, dass es besser war als ich das erwartet hätte. Zwar ist dort weitestgehend tote Hose, was Support angeht, dafür sind die Leute aber großteils viel entspannter, als ich das gedacht hätte.
Da konnte auch immer mal jemand durch überschäumende Begeisterung bedingt ein paar Sekunden aufstehen, ohne dass direkt geschimpft wird. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass dort eine ziemlich hohe Dauerkartenquote zu herrschen scheint. Wenn man oft im Stadion ist, reagiert man sicher besonnener auf das Verhalten anderer. Ein paar Idioten gibt es natürlich immer. Etwas links von mir war auch ein Typ der Kategorie „Ich spreche Leute grundsätzlich nie freundlich an, wenn ich etwas will, sondern schreie erstmal los“. Gelb oder schwarz war an seiner Kleidung übrigens nirgendwo zu entdecken, was aber keine Wertung sein soll. Seltsam fand ich dann allerdings, dass er selbst als das 4:0 fiel nicht einmal lächelte. Kurzes Aufstehen, ohne das Gesicht zu verziehen ein paar mal pflichtbewusst klatschen, wieder hinsetzen. Der schien noch ganz andere Probleme zu haben, als stehende Leute. Immerhin war er aber pünktlich zuhause. Er war der erste aus meinem Umfeld, der den Heimweg antrat. Etwa in der 85. Minute. Jeder wie er will.
Ich wäre auch noch 09 Stunden geblieben. Einfach toll was unsere Mannschaft da wieder gezeigt hat. Zwar war es in der 1. Halbzeit nicht zu 100% suverän, aber trotzdem waren wir nie ernsthaft in Gefahr. Dazu kamen Spielzüge aus dem Bilderbuch, so dass das 4:0 auch in der Höhe völlig verdient war.
Die Gewissheit dass das zumindest bis Sonntag noch dazu für Platz 5 reicht, hat den Tag eigentlich perfekt gemacht. Abgerundet wurde es dann einen Tag später durch die Bremer. Vielen Dank dafür!
Jetzt haben wir es also selber in der Hand. Morgen gegen Wolfsburg wird es allerdings verdammt schwer. Trotzdem bin ich ganz zuversichtlich, was Europa angeht. Wir haben den Fuß in der Tür und Hamburg liegt noch dazu am Boden. Gegen den größten Feind drei Wettbewerbe zu verspielen ist so bitter, es ist kaum vorstellbar.
Träumen ist also wieder erlaubt. Erinnerungen werden wach, an den Sonderzug nach Udine. An den unglaublichen Kampf den wir geliefert haben. An das Gefühl mit erhobenem Haupt aus Europa zurückzukehren. Und dieses mal würde es auch anders laufen. Die Veränderung in unserem Spiel ist offensichtlich. Ich glaube fest, dass die Gruppenphase dieses mal erreicht würde und viele attraktive Ziele liefern und Löcher ungeahnten Außmaßes in den Haushaltsplan reißen würde. Aber das ist dann auch egal. Wenn man schon am Schalter steht sollte man auch zuschlagen.
„Einmal England zum Weghauen bitte.“