Wie hier ja bereits berichtet wurde, war es unseren Amateuren gelungen, den Saisonaufstieg schon einen Spieltag vor Ende klar zu machen. Trotzdem war natürlich klar, dass der endgültige Abschluss der Saison etwas sein würde, das sich niemand entgehen lassen will. Auch wenn es sportlich um nichts mehr ging.

Nachdem ich schon seit Freitag bei den üblichen Verdächtigen verweilte, hieß es am Samstag schon um 6 Uhr aufstehen um mit dem Zug in Richtung Gießen zu fahren, von wo aus es mit zwei WETs in Richtung Dortmund gehen sollte. Ein reichhaltiges Frühstück beim Mc Donalds sowie der Sixer Bier unterm Arm erschienen mit Ausrüstung genug für den langen Tag. An eine Jacke hatte ich dafür nicht gedacht, was ich im Laufe des Tages noch diverse Male bereuen sollte.

Die Zugfahrt verlief zunächst ganz entspannt. Wir beschlossen uns den Umstieg in Siegen zu sparen und statt dessen über Köln zu fahren. Wer auch immer diese Idee hatte vergaß dabei, dass wir dann abschnittsweise die gleiche Strecke hatten wie unsere Gegner an diesem Tag. Das Problem erledigte sich allerdings schon in Köln von alleine, als eine gut gelaunte Reisegruppe aus Trier sich ebenfalls entschied die gleiche Verbindung zu wählen und wird daraufhin beschlossen, doch lieber anders zu fahren. Trier und voraussichtlich Essen mit uns im Zug war dann doch des guten zu viel.

Leider fuhr der Zug den wir daraufhin nahmen über Wuppertal. Eine sehr nervige Angelegenheit, die vor allem dazu führte, dass wir viel später als geplant im Herzen der Welt ankamen. Glücklicherweise hatten wir die Karten schon sicher und mussten und wegen der Uhrzeit nicht mehr allzu sehr verrückt machen. Danke nochmal dafür! Entsprechend entspannt konnten wir dann den Weg von Wuppertal nach Dortmund zurücklegen und aktuelle Themen wie die Europawahl oder Durchfall verursachende kolumbianische Dienstleisterinnen diskutieren…

In Dortmund angekommen standen nur die knurrenden Mägen einem direkten Betreten des Blocks im Weg. Vor den Würstchenbuden im Stadion herrschten dann allerdings Schlangen die spontan vermuten ließen, dass die Linke die Europawahl gewonnen und sofort wieder Essensmarken ausgegeben hätte. Das geplante Mahl wurde also auf nach Abpfiff verschoben und sofort die Suche nach einem geeigneten Platz im Block angetreten. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit wurde schnell klar, dass Block 12 keine angenehme Wahl sein würde und so wurde zum ersten Mal diese Saison eine Position in Block 13 eingenommen.

Das Spiel selbst war dann eines von der Sorte, die sich nur Mannschaften erlauben dürfen, die schon sicher Meister sind. Genauso gelassen schien die Mannschaft das auch zu sehen. Selbst die Spieler auf der Bank verloren manchmal das Spiel aus den Augen und zogen es stattdessen vor in die Gesänge der Tribüne einzustimmen. Es sei ihnen gegönnt, die Amas haben eine super Saison gespielt.

Nach dem Spiel ging es nach einem Imbiss in der Roten Erde noch schnell in die Stadt wo ich mich im Regen stehend abermals fragte, wie man nur so blöd sein kann und bei so einem Wetter keine Jacke dabei haben. Der warme Zug kam mir daher dann ganz gelegen und ich richtete mich auf eine gemütliche Fahrt zurück ein.

Diese wurde allerdings länger als geplant. Alles begann damit, dass ein kleiner Junge kurz vor Hagen die Notbremse zog. Offenbar war er von seiner Mutter, die neben ihm noch zwei andere Kinder dabei hatte, einen Moment lang unbeaufsichtigt gelassen worden. Für diese war die darauf folgende Situation allerdings weit weniger lustig als für die restlichen Reisenden. Ihr wurde von der Schaffnerin mitgeteilt, dass es sich bei dem unnötigen Betätigen der Notbremse um eine Straftat handle, die sie 200€ kosten würde. Denn: Eltern haften für ihre Kinder. Das wussten auch diverse Mitreisende, die das auch sofort laut kundtaten. Warum das ganze Abteil auf einmal auf der Seite der Schaffnerin war, ist mir auch jetzt noch ein Rätsel, trotzdem war es sehr belustigend.

So belustigend allerdings, dass wir daraufhin in Hagen völlig das Aussteigen vergaßen. Als wir nach einer Weile anfingen uns darüber zu wundern, dass wir vor knapp einer halben Stunde in Hagen hätten sein sollen, fand sich glücklicherweise eine ebenso hilfsbereite wie belustigte junge Dame, die uns auf unseren Fehler aufmerksam machte. Hielt sie uns in diesem Moment für komplett bescheuert, so hatte sie vermutlich Recht.

Nach kurzer Beratung war die Route klar: Da das auf der Hinfahrt schon so gut geklappt hatte, würden wir wieder über Wuppertal und Köln fahren. Genau in diesem Moment erreichte uns ein Anruf, wir sollten auf gar keinen Fall über Siegen fahren. Eine Bombendrohung hätte den ganzen Bahnhof lahm gelegt und absolut nichts würde mehr voran gehen. Dass das komplett frei erfundener Unsinn war, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht und so fühlen wir uns erstmal als die absoluten Gewinner der Situation.

Das hielt ungefähr so lange an, bis wir am Bahnhof in Köln bemerkten, dass uns eine Wartezeit von 1,5 Stunden erwartete. Nicht nur vom Langeweile-Faktor her in einer fremden Stadt „fußballtypisch“ gekleidet am Abend eine ausgesprochen unangenehme Situation. So wurde von weiteren Besichtigungstouren der Domstadt abgesehen und sich mit aufgefülltem Biervorrat in einen örtlichen Fast-Food-Laden verzogen.

Der Rest der Fahrt verlief dann auch ganz entspannt. Allerdings wurde es schon ziemlich spät, bis dann alle von uns zu hause waren. Für mich hieß es sowieso nochmal in Hessen übernachten, da WET-Touren bis nach Unterfranken zeitlich selbst dann unmöglich wären, wenn man immer am richtigen Bahnhof aussteigt.

So endete die Reise für mich erst am Sonntagmittag um halb 1 endgültig. Zu hause angekommen ließ ich das Wochenende mit einem Buch auf der Couch mehr schlafend als lesend ausklingen.

Alles in allem ein absolut gelungener Abschluss dieser Saison. Hoffentlich sieht man sich zur neuen Saison in alter Frische wieder. Ob in, oder vor dem Stadion.

Denn auch an dieser Stelle will ich nicht vergessen eins zu erwähnen:

Ausgesperrte immer bei uns!

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