Da wir als wissbegierige junge Menschen natürlich auch in der freien Zeit stets bestrebt sind unseren Horizont zu erweitern, machten wir uns am letzten Wochenende auf, die Kulturhauptstadt Europas, Linz, zu besuchen und uns dort an der unglaublichen Fülle und Vielfältigkeit der kulturellen und geschichtlichen Angebote zu laben.

Ähh. Ja.

In Österreich ging also die Bundesliga früher los, deshalb fuhren wir am Samstag runter, um uns das Spiel des Linzer Athletik-Sport-Klubs zu Gemüte zu führen. Gegner war der Sportverein Mattersburg. Obwohl man dort wohl ganz optimistisch auf die neue Spielzeit wartete, war das erste Spiel der Saison eher unterdurchschnittlich besucht. Grund dafür war sicher das schlechte Wetter. In einem komplett überdachten Stadion ist das allerdings keine besonders gute Ausrede.

Überhaupt ist das Stadion der Stadt Linz ein sehr angenehmes. Es ist mit vielen Stehplätzen ausgestattet und bietet dadurch einer großen Masse an jungen Menschen die Möglichkeit das Spiel kostengünstig zu besuchen. Besonders weil man es dort mit der Kontrolle von Ermäßigungen nicht so genau nimmt…

Auch die Toiletten haben dort einen Standard, den man von unserem schönen Stadion nicht gewöhnt ist. Man muss aber auch nicht immer zu viel erwarten. Ich wäre schon froh, wenn es bei mir zu hause so aussähe. Naja.

Natürlich ist aber auch in Österreich nicht alles schön. Und damit meine ich nicht nur die Sprache, die wirklich nur bei sehr, sehr grober Auslegung als Deutsch zu bezeichnen ist.

Was allgemein gerne als Kommerzialisierung des Fußballs bezeichnet wird ist auch hier nicht zu übersehen. Vor allem sind die Trikots in einem Maß mit Werbung voll gestopft, das bei uns vermutlich ähnlich gut ankommen würde wie rosa Heimtrikots.

An das ewige „Danke – Bitte“-Gequatsche von Stadionsprechern werde ich mich außerdem wohl nie gewöhnen können.

Aber gut. Das Spiel war dafür super. LASK schoss in der ersten Halbzeit 4 Tore und kam auch in der zweiten Hälfte niemals ernsthaft in Bedrängnis, so dass das Spiel 4:0 endete.

Die Stimmung kann ich dabei schlecht beurteilen. Ab und zu wurde es schon mal relativ laut, allerdings stand ich auch direkt in der Nähe des Vorsängers.

Auffällig fand ich dabei vor allem, dass nahezu alle Gesänge von anderen Vereinen geklaut waren. Das Übernehmen von Melodien ist ja nun aber nichts Ungewöhnliches und da in einer so kleinen Szene die Anzahl der kreativen Köpfe sicher begrenzt ist, auch nicht weiter verwerflich.

Alles in allem war es aber ein durchaus interessantes Erlebnis, mal den österreichischen Fußball kennen zu lernen.

Trotzdem wird es Zeit, dass es auch bei uns wieder losgeht.

Es ist soweit. Die Sommerpause scheint sich dem Ende zu neigen.

Zwar sind es eigentlich noch 36 Tage bis das Leben wieder einen Sinn hat, aber zumindest wurde heute der Spielplan bekannt gegeben. So kann man schon mal alle Tanten und Onkel anrufen und Bescheid sagen, zu welchen Terminen sie sich mit Hochzeiten, Geburtstagen und Beerdigungen zurückhalten sollten.

Erwähnenswert dabei ist vor allem, dass unserer wunderbaren Borussia zu ihrem 100. Geburtstag ein Heimspiel gegen den SC Freiburg beschert wurde. Ein Los mit dem wir sehr zufrieden sein könnten, denke ich.

Für alle, die es aber schon vor dem heutigen Tag nicht mehr aushalten konnten, gab es am letzten Sonntag noch das Spiel der A-Jugend im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Diese hatten dort erneut die Chance, sich für eine tolle Saison zu belohnen, nachdem das im Pokalfinale gegen Freiburg leider missglückt war.

Das Wetter spiele mit und trug mit Sicherheit auch dazu bei, dass das Stadion am Bruchweg in Mainz ausgezeichnet gefüllt war. Wenig überraschend hatte Mainz die Oberhand, vor allem viele Familien schienen sich an diesem Tag aufgemacht zu haben um uns den Tag zu verderben.

Das gelang ihnen zu Beginn allerdings nicht besonders. Unsere Jungs legten gut los und konnten sich auch diverse Chancen erarbeiten. Als wir dann allerdings durch einen Sonntagsschuss plötzlich hinten lagen, ging das Konzept völlig verloren. Zwar konnte vor der Pause noch ausgeglichen werden aber das Spiel wurde nicht wieder richtig unter Kontrolle gebracht. Auch in der zweiten Hälfte machten fehlende Kreativität, individuelle Fehler, sowie mangelnde Chancenverwertung einen Sieg unmöglich.

Am Ende musste man sich den Gastgebern mit 2:1 geschlagen geben. Eine für Spieler und Verantwortliche des A-Jugend-Teams verständlicherweise extrem bitterer Situation. Ein Titel wäre nach dieser Saison wirklich verdient gewesen.

Mir persönlich blieb als Radnotiz noch die Erkenntnis, dass selbst bei einem Spiel der Jugend das hintere Fach der Bauchtasche kein ausreichendes Versteck für Aufkleber ist. Schade eigentlich.

Wird Zeit, dass die Bundesliga wieder losgeht.

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