Gleich beginnt das Spiel in Osnabrück und da ich leider nicht da sein kann, nutze ich die Zeit um noch den Bericht vom letzten Spiel nachzureichen.

Eigentlich sollte man jetzt also mit einer Story zur Fahrt nach Leverkusen rechnen, aber am vergangenen Freitag amüsierte ich mich mit Fieber und Herzrasen im Bett während ich mich krampfhaft auf den Moderator zu konzentrieren versuchte, um nicht schon vor Abpfiff in einen komatösen Schlaf hinüberzugleiten.

In der Vorwoche sah alles noch anders aus. Das Spiel war auch nicht Freitags sondern Sonntags, was an sich ganz ok ist (weil ich dann Samstags arbeiten kann), aber die Anstoßzeit 17:30 ist schon extrem grenzwertig. Ein Glück hab ich Montag erst um 10 die erste Vorlesung.

Schön ist natürlich dabei, dass man morgens etwas später los kann. So verlief die Hinfahrt auch entspannt und man konnte sich ohne Stress in den Block begeben und noch etwas quatschen. Erwartungsgemäß unentspannt trafen die Bochumer im Stadion ein und begannen auch direkt bei Anpfiff ihren Hass auf uns zu zelebrieren. Zu sehen gabs dazu ein großes blaues Shirt mit der Aufschrift „Anti DO“ und ne Menge Feuerwerk, das unter anderem aufs Spielfeld gefeuert wurde. Da muss man wirklich nochmal ansprechen, wie gut es andere Fans bei uns haben. Utensilien mit solchen Aufschriften kriegt man wohl in kaum ein deutsches Stadion. Ich fands gut.

Auf unserer Seite konnten zu Beginn Teile unserer ausgesperrten Szene zurück im Stadion begrüßt werden. Ein wirklich wunderbares Ereignis, das alles die noch draußen stehen Kraft geben sollte, da es sich offensichtlich wirklich lohnt zu kämpfen.

Gelohnt hat sich auch der Kampf auf dem Platz, denn dort gab man mit schönen Ballstafetten die Antwort auf das Rumgepöbel der kleinen Blauen. Mehr als das hatten die im Übrigen auch hörbar nicht zu bieten. Dabei hatte man sich extra ein paar ausgewiesene Stimmungsexperten aus München dazu geholt.

Auf unserer Seite kam die Stimmung bedingt durch das gute Spiel ganz von alleine, auch wenn natürlich, natürlich viel mehr drin gewesen wäre. Dass die Tribüne fürs richtige eskalieren aber meistens zu groß ist, ist ja kein neues Problem.

Trotzdem machte vor allem die Schlussphase richtig Spaß. Anstatt sich auf ernsthafte Anfeindungen einzulassen wurden die Nachbarn so nach Hause geschickt, wie sie es verdienen. Mit jeder Menge Spott und in keinster Weise ernst genommen. „Ihr habt bezahlt ihr könnt jetzt gehn!“ reihte sich an Gesänge wie „2. Liga, Bochum ist dabei!“ und andere Klassiker. Am Ende wurde sich noch mit einem Meer aus winkenden Taschentüchern und der Kreativgranate „Die graue Maus fährt jetzt nach haus“ verabschiedet und die Eskalation im Gästeblock komplettiert. Herrlich zu sehen, wie die Leute um einen rum heulen vor Lachen und auf der anderen Seite Leute in blinder Wut auf die Zäune einprügeln. Das ist Bochum. Irgendwie eben doch ein besonderes Spiel.

Jetzt gehts los in Osnabrück. 😉

Nachtrag

25. Oktober 2009

Leider wurde der Beifahrer aus dem Bild geschnitten, nichtsdestotrotz ein echter Schnappschuss fürs Familienalbum!

T

… da man ja noch rechtzeitig in Mönchengladbach ankommen wollte.

Schlau wie wir sind, haben wir uns natürlich rein auf unsere geographischen Kenntnisse verlassen, sodass man im Laufe des Amateure-Spiels durch Wortwechsel ala „Wie gehts eigentlich nach Gladbach?“ – „Hm, gute Frage“  feststellen musste, dass weder T. noch ich eine ungefähre Ahnung hatte, wie man per Auto dorthin kommt.

Da wir aber zwei ganz gerissene Burschen sind, entschieden wir uns einfach, einem Dortmunder Bus hinterherzufahren.  Allerdings fiel uns trotz unserer Unwissenheit auf, dass der Busfahrer dieses Gefährts offensichtlich genauso informiert wie wir selbst war, da man teilweise sehr skurile Wege wählte. Das niederrheinische Tiefland konnte sogar so sehr überzeugen, dass sich der Kollege dazu entschied, eine Ortschaft zwei mal anzufahren, was zu amüsant anzusehenden Gesten der hinteren Busbesatzung führte, welche T. gekonnt verbal ausformulierte. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass durch die Tatsache, dass wir absolut auf diesen Bus angewiesen waren, gewisse Ampeln nur im tiefroten Zustand zu überqueren waren, was die erste Zerreißprobe des Fahrers mit sich brachte.

Dennoch erreichte man irgendwann des Gelände des Borussia-Park, um mit einer Jogging-Einheit schnell den Gästeblock zu entern. Hier konnten wir dann feststellen, dass wir überpünktlich waren, da wir das Innere genau zur Schweigeminute für Rolf Rüssmann betraten. Trotz unserem späten Erscheinen konnte man gute Plätze klarmachen, um sich dann dem Spiel zu widmen.

Das dieses auch nicht gerade schön anzusehen war sehe ich ja gerne ein, nichtsdestotrotz fand ich es nicht so krass negativ wie die Meisten es scheinbar tun. Manche Spielzüge haben mir dann doch ganz gut gefallen, teilweise konnte man sogar eine gewisse Lockerheit und Spielsicherheit ausmachen…Dennoch muss das nicht darin ausarten, dass man mehrmals auf „Spitze, Hacke, 1 2 3 “ macht. Aber auch der Treffer von Barrios wusste sehr zu gefallen. So nahm unsere geliebte Borussia schließlich 3 Punkte mit nach Hause.

Was die Stimmung angeht, war es auf unserer Seite insgesamt schon okay, teilweise konnte man auch übertrieben laut singen (Vor allem der Wechselgesang zu Beginn war sehr sehr geil), kann man insgesamt sicher mit leben. Auf Gladbacher Seite aber mehr als schlecht, falls mir zufällig jemand das System „Block 1900“ erklären mag, bitte eine E-Mail an mich.

Nun beginnt der chaotische Teil:

Nach dem Spiel ging es wie gehabt zum Auto, um allerdings festzustellen, dass auf dem Parkplatz erstmal garnichts ging. Nach ca einer Stunde Musik hören & auf dem Autodach trommeln nutzten wir schließlich einen Schleichweg, um dem Parkplatz-Stau zu umgehen, um erst auf der Straße Richtung Autobahn wieder im Stau zu stehen. Dann fiel uns allerdings auf, dass wir nun keinen Bus o.Ä. mehr vor uns hatten, und wir so den Weg nach Dortmund wohl schwer finden würden, da wir in unserer unendlichen Selbstüberschätzung natürlich keinerlei Abfahrten oder Autobahnen der Hinfahrt im Gedächtnis eingespeichert hatten. Also erstmal raus auf irgendeine gammlige Seitenstraße und Mama angerufen, die uns eine Route bei google-maps durchgeben sollte. Dies gelang dann auch einwandfrei, sodass man wesentlich schneller als auf der Hinfahrt Dortmund erreichte, um unsere 2 Mitfahrer aufzusammeln, die stilecht betrunken vor der Roten Erde in der Ecke gammelten.

Also ging es wieder auf die Autobahn, wo man dann anfangs mit Humor, später mit etwas Nervosität und schließlich mit Panik feststellen musste, dass die Tankstellen-Häufigkeit der A45 ziemlich überschätzt wurde, und man im Grunde fast keinen Sprit mehr hatte. So entschied man sich von der Autobahn runterzufahren, um wenigstens nicht ohne Benzin auf dem Standstreifen stehenzubleiben, und um eventuell in irgendeinem Kaff noch eine Tanke zu finden. So kurvte man 20-30 km in Gegenden rum, die der liebe Gott wohl kurz vor Feierabend entstehen ließ, um schließlich durch mehr Glück als Verstand eine offene Tankstelle zu finden, wo man dann an der Liter-Zahl feststellen konnte, dass wirklich kein Tropfen mehr im Tank war. Das große Entsetzen kam aber erst, als man, wieder auf der Autobahn, 5 km nach der benutzten Ausfahrt eine Raststätte erblickte…D’oh!!!

Irgendwann erreichte man dann auch heimische Gegenden, wo man allerdings aufgrund der späten Ankunft jeden noch einzelnd nach Hause fahren musste, da keinerlei Züge mehr fuhren. So führte der Weg quer durch das schöne Hessen, bis dann, nach 700km Fahrt irgendwann alle in ihren Betten waren um der chaotischen Fahrt Tribut zu zollen…

PS: Das Andenkensfoto einer Essener-Blitzanlage wird selbstversändlich nach dem Erhalt veröffentlicht!

Nach dem mehr als bitteren Derby hieß es eine Woche später wieder früh raus aus den Federn, da man vor dem Auswärtsspiel in Gladbach noch die Amateure unterstützen wollte.

So ging es etwas verspätet mit T. als Fahrer (danke schonmal für das reichliche Durchhaltevermögen! Mehr dazu später. ) und 2 bekannten Gesellen Richtung Bierhauptstadt, welche man leider sehr spät erreichte, sodass von der 1. Halbzeit nur ca. eine halbe Stunde blieb.

Diese konnte aber mehr als überzeugen, so spielten die Amas für den bisherigen Saisonverlauf richtig gut, ein Führungstreffer blieb allerdings noch aus. Dies gelang dann in der 2. Halbzeit, in der man weiterhin dominierend auftrat und schließlich einen sehr schön anzusehenden Treffer erzielte. Umso bitterer war es dann, als Wehen in der Schlussminute ein astreines Freistoßtor schoss, dem der Platzverweis von einem (in meinen Augen) bis dato verdammt starken Öztekin vorausging.

Die Stimmung war in der mit 1050 Zuschauern gefüllten Roten Erde akzeptabel, so hatte ich auch das Gefühl, dass man den Support wieder mehr auf das Spielgeschehen ausrichtete, was ja in der letzten Zeit ein ( wahrscheinlich auch zurecht ) verbreiteter Kritikpunkt war.

Wie erwartet war die optische Unterstützung im Grunde nicht vorhanden, so hing nur die AMATEURE – Fahne und ein Banner für Brice Taton vor dem Block.

Nach dem Schlusspfiff ging es direkt zum Auto…

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