Wär ich doch nur in der Disco gewesen
27. November 2009
Morgen steht sie also an, die große Fahrt. Eine Fahrt zurück in der Geschichte, in eine andere Zeit. Als die Welt noch langsamer war. Der Fußball bodenständiger und ehrlicher.
Alte Männer gehen vorbei an alten Bratwurstboden. Und erzählen davon wie sie hier ihre erste Wurst gegessen haben. Damals, in der zweiten Liga noch.
Aber ich schweife ab. Eigentlich wollte ich ja noch den Bericht vom letzten Wochenende nachreichen, bevor es morgen nach Hoffenheim geht. Letztes Wochenende war ich mal wieder im schnöden Dortmund. Gefahren bin ich mit dem Bus. Busse fahren viele, Dortmund Fan sein ist eben in Mode.
Das Spiel war aber scheiße, gelohnt hat es sich also nicht. Deshalb hab ich auch eigentlich gar keine Lust das alles zu erzählen. Wär ich in der Disco gewesen, es hätte sich mehr gelohnt. Aber mein Mitblogger hat gesagt ich muss den Bericht schreiben. Er würde ja auch, aber bei ihm war nicht so viel los. Was soll man da noch sagen?
Los war bei mir erstmal auch nicht viel. Die Hinfahrt gestaltete sich in erster Linie entspannt. Auf den Rasthöfen konnte man schon Horden an Mainzern entdecken, die sich mit Kaffee und Kuchen auf den Bänken breit gemacht hatten und vereinzelt sogar mit frisch Gegrilltem auftrumpfen konnten. Da fühlt man sich direkt schlecht, so ganz ohne Proviant.
Trotzdem konnte man den Weg bis nach Dortmund gut zurücklegen. Als ich dort nach einiger Zeit einen passablen Platz mein eigenen nennen konnte war das, was es dort zu sehen gab allerdings nur bedingt erbaulich. Es ist ja nicht mal so, dass wir richtig schlecht spielen. Aber so ein Spiel in Zeiten des Wettskandals nicht zu gewinnen kann einen schon schnell mal auf die Liste der Verdächtigen bringen.
So waren es die Rückfahrt und der Verlauf des Abends, die für die wahren Höhepunkte des Tages sorgen mussten.
Darauf soll jetzt an dieser Stelle jedoch nicht nochmals genau eingegangen werden. Nach einigen unvorhergesehenen Situationen in Hotelbars („Ich verliere gleiche meine Contenonce!“) und ähnlichem wurde aber doch noch eine entspannte Örtlichkeit gefunden, in der der Abend entspannt ausklingen konnte.
Aber wenn es dieses Wochenende wieder scheiße wird, geht ich echt nur noch in die Disco!
Vielleicht.
Mal was Anderes
2. November 2009
Zum Freitagabendspiel gegen die Hertha sollte alles etwas anders als sonst ablaufen, was sich im Nachhinein als durchaus spaßig & irgendwann mal wiederholenswert betrachten ließ.
Aufgrund der verschiedenen Verpflichtungen wie Schule, Uni, Arbeit brach man erst sehr sehr spät mit einer 4er – Fraktion gen Norden auf, wo man sich schon nach kurzer Fahrt darauf einstellte, zum Anpfiff, oder gar erst später am Westfalenstadion einzutreffen. Nichtsdestotrotz ging es gut gelaunt, und mit den üblichen Gesprächsthemen über die Autobahn, bis man letztenendes etwa 10 Minuten zu spät ankam.
Aufgrund dessen setzte man die spontane Idee, Teile des Spiels doch von der Nordwestecke zu verfolgen, in die Tat um. So enterte man den Familienblock, in dem noch einige Plätze frei waren und mischte sich unter das, zugegebenermaßen, in großen Teilen sehr dumme Volk. War natürlich schon vorher klar, dass hier die Uhren etwas anders ticken, sollte man spätestens 15 (!) Minuten vor dem Halbzeitpfiff völlig genervt feststellen, dass bei 80% der Leute der Gang zum Bier/Fressstand das Fußballgeschehen an Wichtigkeit um ein Vielfaches übertrifft. Aber auch schöne Seiten gibt es zu bemerken, so kam es mir nach einem langen Schultag doch nicht ganz ungelegen, auf einem gemütlichen Sitz zu sitzen und das Spiel aus der Vogelperspektive zu verfolgen. Viel Erwähnenswertes außer dem ärgerlichen Ausfall von unserer Nummer 17 gab es dort allerdings nicht zu finden, weswegen mein Blick desöfteren auf die Südtribüne abdriftete.
War ich noch vorher lautstark der Meinung, dass im Norden bestimmt kaum etwas ankommt, war ich umso überraschter, wie klar die Gesänge teilweise rüberkommen. Definitv eine interessante Erfahrung, so war es desöfteren recht laut, allerdings hatte man nie das Gefühl, dass die Tribüne richtig leidenschaftlich ausrastete, was bei dem nicht ganz so attraktiven Fußball aber verziehen werden sollte. Auch der Hertha-Anhang rund um die Harlekins sorgte wenig dafür, im Nordbereich des Stadions ein wenig Gäste-Stimmung zu verbreiten, so fand man sich mit (meinen bescheidenen Schätzungs-Künsten zufolge) nicht mal 800 Leuten in der Nordostecke ein und verbrachte das Spiel größtenteils schweigend.
In der 2. Halbzeit jedoch war es dann auch genug mit der Bequemlichkeit, und man machte sich auf den Weg zur Süd, wo man sich in Block 13 ganz unten am Zaun breit machte, womit wir bei der zweiten Neu-Erfahrung wären. Durch nette Umgebung und Späße mit dem Biermann wurde auch hier einiges geboten, auch die Nähe zum Spielfeld war mir in dem Ausmaß noch nicht widerfahren, nichtsdestotrotz kein guter Platz um das Spiel genau zu verfolgen und auch für Teilnahme am Support gibt es definitv bessere Ecken in unserem schönen Stadion.
Dennoch durfte man 2 Tore feiern, wobei ich erst zu Hause vor dem Fernseher feststellen durfte, was für einen schönen Treffer Barrios erzielte, definitiv eine schöne Entwicklung seiner Leistung, ich hoffe das geht so weiter. Nach dem Spiel bereiteten sich die meisten Deppen darauf vor, mit der Mannschaft ne schöne Party inkl. „hinsetzen“ zu feiern, wessen wir uns gekonnt durch Verlassen des Blockes entzogen, glücklicherweise ist die Mannschaft genauso wenig darauf eingegangen. Nichtsdestotrotz war man froh, die 3 Punkte geholt zu haben, somit schwätzte man noch mit ein paar Leuten vor dem Block um schließlich entspannt die Rückfahrt anzutreten, welche bei einem Mitfahrer mit Ausfallerscheinungen verbunden waren 🙂