… War zumindest meine Definition des Heimspiels gegen Hannover 96 letztes Wochenende. Mehr war es irgendwie für mich nicht, ist das Spiel gegen die Niedersachsen doch eines der wenigen Spiele in der Saison, denen ich sportlich und fantechnisch nicht furchtbar viel abgewinnen kann. Wobei man natürlich nicht ganz so drastisch sein darf, die Niederlagenserie unserer Gäste versprach einen (hoffentlich!) Wendepunkt in unserem kleinen Tief und letztendlich sollte man auch nicht enttäuscht werden.

Kommen wir nun zum ersten Teil des Titels dieses Beitrages, nämlich die Tatsache, dass ich nun seit letztem Wochenende offiziell zu der Klasse der Spießer gehöre. Nun, begonnen hat diese Entwicklung eigentlich schon vor dem Spiel, nämlich bei der Anfahrt. Auch wenn ich es mir nicht hab anmerken lassen, WET Touren nach Dortmund find ich eher uncool. Ist ’ne langweilige Strecke, meistens sind die Züge überfüllt mit irgendwelchen Minusmenschen – kurz gesagt, einfach nicht mein Ding. Letztendlich sollte es aber recht kurzweilig werden, für Unterhaltung war gesorgt – Erlebnisse der Münchenfahrt bestimmten die Gespräche. An dieser Stelle muss ich zum ersten Mal den geschätzten Herrn D. aus UF-Kommunistenstadt erwähnen, der durch Bemühungen im Dosenpfand Sektor positiv auffiel. Leider nicht bei seinen Mitkonkurrenten im Kampf um das Pfandgeld. Entsprechend geknickt war die allgemeine Stimmung, als er dann am Stadiontor seine mühsam gesammelten Dosen unter einem Schrei der Verzweiflung abgeben musste. Beste! Aber lass Dich nicht beirren mein Bester, geh deinen Weg weiter und Du wirst der König der Flaschensammler werden!

Vor dem Spiel war ich sogar etwas im Stress, da allen irgendwie eine Woche vorm Derby einfällt, dass man ja so langsam mal die Kartenproblematik angehen könnte. Dementsprechend lief ich dann mit 3 der begehrten Tickets durch die Gegend – Wer mich und meine Karten-Verlust-Paranoias kennt, denkt sich nun den Rest.

Das Spiel wurde netterweise wieder bei den Ingelfinger Jungs verfolgt, wo allerdings schon früh ein abseits stehender engagierter junger Fußballfan stand, der vor dem Spiel schön die Vodka-Reste von Mami verzehrte. Dementsprechend entwickelte er sich zu einem der nervigsten Menschen, die je beim Fußball neben mir standen. War er zu keinem Zeitpunkt nur ansatzweise in der Lage, einen Fangesang richtig ( melodisch + rhythmisch ) zu singen, sah er sich dennoch in der Verantwortung, mich und andere Umstehende ständig belehren zu müssen, wie wir denn abzugehen haben. Nachdem ich über die möglichen SV-technischen Folgen einer Kopfnuss auf der Südtribüne nachgedacht hatte, entschied ich mich für stilles Ertragen der Situation.

Die zahlreichen Tore leisteten dazu einen ganz annehmlichen Beitrag, war schon okay so. Gleiches gilt für die Stimmung, wobei ich sehr positiv bemerken will, dass in der letzten Viertelstunde der Fokus auf unserem geschätzten Nachbarn lag, gehört ein Spiel vorm Derby auf jeden Fall dazu und wurde auch sehr lautstark und teils brachial angenommen. Zu den Gästen aus Hannoi will ich garnicht viel sagen, war mir nicht bewusst dass die beiden Gruppen sich scheinbar so sehr lieb haben, dass sie relativ weit getrennt voneinander standen. Teilweise wirkte es sogar, als ob unterschiedliche Lieder gesungen wurden, kann aber auch sein dass ich das falsch erkannt habe. Insgesamt kam dementsprechend garnichts rüber. Was mich wieder darin bestärkt hat, dass Hannover einer der Vereine ist, die gut und gerne den Weg in Liga 2 finden dürfen.

Nachdem nach Spielende noch eine Karte vertickt wurde kommen wir nun zum zweiten Teil von Herrn D. Da mir im Laufe des Spiels eine Mitfahrgelegenheit im Ingelfingen-Bulli angeboten wurde und, wie schon erwähnt, WET Touren zu Heimspielen nicht meine Stärke sind, ließ ich mich natürlich nicht dreimal bitten und nahm das Fahrangebot an. Da Herr D. nun in mich verliebt ist, und sich auf eine Zugfahrt im Mondschein so sehr gefreut hat, musste man sich einiges an Hasstiraden gefallen lassen. Andere Stimmen behaupten, dass er sich einfach nur zu sehr eines Hopfengetränkes bedient hat, die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

So ging es sehr zügig und untermalt von einigen Pop-Klassikern der Backstreet-Boys leicht enttäuscht gen Heimat, da die Jungs aus Flavour Castle mal wieder zu feige waren, sich im fairen 1:1 zu messen.

Stilvoll reisen!

14. Februar 2010

München auswärts – da hört man im Vorfeld immer schon Glückwünsche, dass man ja endlich mal der wäre, der nah dran wohnt. Leider ist diese Annahme recht weit von der Realität entfernt, Bayern ist schon recht groß.

Aus diesem Grund wurde bei uns schon frühzeitig die genaue Anreise geplant, da wohl zu der Fahrt kein Auto zur Verfügung stehen sollte. Mit großzügigem Vorlauf wurde also Freitag abends um 23:00 Uhr dann beschlossen, mit welchem Zug es hingehen sollte. Die Rückfahrt war ja noch lange hin.

Als man dann um kurz vor 12 am Samstag den Zug bestieg, wartete dort neben Horden gut aufgelegter Polizisten auch schon ein ganz beachtlicher Mob Dortmunder. (Das im übrigen nicht nur von der Gesinnung her. Es waren auch tatschlich in Dortmund wohnhaft Reisende darunter, die Freitag um 20 Uhr mit dem WET aufgebrochen waren. Fetten Respekt!) Die Fahrt bis Nünrnberg wurde WET-üblich verbracht und verlief ohne größere Vorkommnisse. Für gute Stimmung war durch die Anwesenheit von Norbert Dickel inclusive Mikrofon und interessante Gesprächen wie „Ich habe da noch nie mit jemandem drüber gesprochen, aber ich glaube ich bin beschnitten – guck mal!“ pausenlos gesorgt.

In Nürnberg war umsteigen angesagt und unsere Begleitung in Grün beendete die Mitfahrt an dieser Stelle. Ersetzt wurden sie durch total unauffällige Zivis, die lässig mit in Alufolie eingewickelten „Bieren“ im Gang chillten und die Gespräche sicher nur zufällig schon nach ein paar Sätzen in die Richtung lenkten, ob von uns denn auch SVler da wären. Sachen die ganz normale Mitreisende eben interessieren. Wir quatschen nicht mit den Bullen!

In München angekommen gammelte man erstmal eine Weile am Bahnhof rum, was von einem Mitfahrer dazu genutzt wurde sich von ca. 50 Leuten ganze 20 Cent zusammen zu schnorren. Auch der Einsatz sämtlicher bekannten Fremdsprachen trug nicht zum Erfolg bei. So ging es ohne Krapfen (1€/Stück) weiter Richtung Innenstadt.

Diese fiel vor allem durch Kälte und Schnee auf. Ein Highlight war da nur eine dieser lebenden Statuen. Diese angemalten Typen, die sich für ein paar Euro den ganzen Tag nicht bewegen. Während das ja meistens nur mäßig gut ist, war dieser Typ ein echter Vollprofi. Selbst von den Massen umlager zog er sein Ding durch und konnte bis auf ein einziges Zwinkern eine echt beeindruckende Show bieten.

Zum wunderschönen Gästeblock und den tobenden Massen in der Arena dürfte jedes weitere Wort überflüssig sein. Auf unserer Seite konnte ich streckenweise nicht so durchdrehen, wie ich gerne wollte. Ich hatte wohl etwas lange nicht gegessen und getrunken, jedenfalls baute ich schon während dem Spiel massiv ab und wollte eigentlich nur noch sitzen, essen und trinken. Trotzdem hab ich natürlich alles gegeben und über weitere Strecken fand ich unseren Support auch ganz ok. Schade ist nur, dass man das Gefühl hat, es wäre irgendwie sogar doch ein Punkt drin gewesen. So schlecht gespielt haben wir eigentlich nicht, aber die Chancenauswertung war natürlich gar nicht zu gebrauchen.

Nach dem Spiel sah man sich dann endgültig mit der Tatsache konfrontiert, dass man an dem Tag wohl eigentlich keine Chance hat nach Hause zu kommen, wenn man die WET-Tour durchzieht. Also erstmal eine Weile im örtlichen Schnellrestaurant gechillt und dann der freundlichen Einladung nach Augsburg gefolgt um dort die Stunden bis zum ersten Zug Richtung Heimat tot zu schlagen. Die Augsburger hatten wohl damit gerechnet, dass dieser Idee so ca. 20 Leute folgen würden. Als wir am Augsburger HBF den Zug verließen wurde aber sehr schnell klar, dass es im Endeffekt mehr als die Doppelte Anzahl war, die dort Richtung Kneipe marschierte. Eine richtig geile Aktion!

In Gesellschaft der üblichen Verdächtigen wurden noch einige Passanten nach dem Weg zur sagenumwobenen Hasengasse befragt, aber keine konnte oder wollte und dazu näheres erzählen. So wurde die gesamte Zeit in der Kneipe totgeschlagen was in anbetracht der Tatsache, dass das ein Richtig cooler Laden war auch nicht besonders schwer fiel. Auf dem Rückweg zum Bahnhof dachten wir schon, wir wären tatsächlich 4 Stunden in Augsburg gewesen ohne dass die Polizei es merkte, aber das sollte sich (selbstverständlich) noch ändern. Nach einem kleinen Wortgefecht mit Passanten schaukelte sich die Situation hoch und im Endeffekt wurden wir zum Bahnhof eskortiert. Für uns war es das dann, ich hoffe allen Mitreisenden erging es genauso.

Im Zug zurück nach Nürnberg wurde noch hilfbereit die Beziehunsschwierigkeiten mitreisender Mädels erläutert (Immer dieser Günther. Ein ganz schlimmer Finger!) bevor man mitten im Nirgendwo umsteigen wollte um mit einem anderen RE schneller nach Hause zu kommen. Leider waren wir nicht alleine an dem Bahnhof und da wir einfach nur müde (und teilweise voll) waren, war die Aussicht auf eine nächtliche Auseinandersetzung nicht so sehr verlockend. Wir erkundeten also ein bischen die Umgebung, um der Gesellschaft am Bahnhof aus dem Weg zu gehen. Wie es zu erwarten war ließen wir uns dabei ein ganz kleines bischen zu viel Zeit, so dass der Zug grade weg fuhr, als wir wieder am Bahnhof ankamen.

Da wir bis zum Zug um 6:25 noch etwas Zeit hatten wurde eine, bei der Erkundung der spannenden Gegend entdeckte, Sparkasse aufgesucht und sich im Warmen erstmal eine Runde aufs Ohr gehauen. Die anschließende Zugfahrt wurde auch komplett verpennt und so trudelten wir um kurz vor 9 dann am Bahnhof meiner Heimatstadt ein, von wo aus ich mit dem Bus nach Hause fuhr, um mich ins Bett zu schmeißen. Nachmittags sollte ich im Büro erscheinen.

So nahm auch diese, wie immer höchst entspannte, Tour ihr Ende. „I wanna stand with you on a mountain…!“

Alle für den Verein!

14. Februar 2010

Bezüglich des heutigen Auswärtsspiels in Bochum wollen wir zu den Vorkommnissen Stellung beziehen.

http://deviants.blogsport.de/2010/01/30/vorkommnisse-bochum-2/

Bittere Niederlage

8. Februar 2010

Der Titel trifft den Kern des gestrigen Tages eigentlich ganz gut. Da Spiele gegen Frankfurt aufgrund der örtlichen Begebenheiten zumindest für mich auf keinen Fall zu den normalen Spielen der Saison gehören, war ich doch etwas enttäuscht, dass gerade gegen diese Affen daheim kein Sieg eingefahren wurde. Aber beginnen wir von vorne…

Im Vorfeld der Reise wurde, vermutlich aufgrund der Tatsache, dass die Reisegruppen etwas anders zusammengestellt waren als sonst, erstaunlich viel geplant und telefoniert. So musste ich leider meine freudig erwartete Mitfahrgelegenheit bei Lukas aufgeben, um mich bei einem anderen Bulli einzubuchen. Im Nachhinein war das aber auch auf keinen Fall als in irgendeiner Form schlimm zu betrachten, da man auf einige bekannte Gesichter traf und die Fahrt aufgrund unseres engagierten Fahrers sehr schnell bewältigt wurde, insgesamt top!

Vor dem Spiel traf ich mich dann mit Lukas und den Ingelfingern in der Stube, bis ca. 2 Stunden vor dem Spiel alle zum Stadion pilgerten. Bis auf die Tatsache, dass man vor dem Spiel noch die erste Ausgabe der aus hessischer Feder stammenden Klapperkiste (An dieser Stelle einen besten Gruß an meinen größten Fan Simon) erstehen konnte, gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. War der Tag bis dato eigentlich wirklich angenehm, erfüllte es mich noch mit mehr Freude, mal wieder ein Spiel von Block 12 aus zu betrachten. Auch wenn es immer ganz witzig ist, in 13 zu stehen, kommt mir da definitiv der Support zu kurz. Gegen Frankfurt wollte ich diesen aber auf keinen Fall zu kurz kommen lassen 😉 So waren die Vorzeichen also insgesamt sehr gut, was sich im Laufe des Spiels dann recht schnell von selbst erledigte. Lassen wir das… Stimmung auf unserer Seite genauso, bei den Frankfurtmongos gegen Ende recht gut, viel besser stachen sie dabei in den optischen Belangen raus. Find ich gut, dass endlich mal jemand die volle Bandbreite der gestatteten Mittel ausnutzt. Viele große Schwenker, sah richtig gut aus.

Nach dem Spiel kam es noch zu einer amüsanten Situation, als unser Bulli kurz neben der Stube anhielt, da ein Mitfahrer noch etwas erledigen musste. Da das Gefährt nun ein hessisches Kennzeichen besitzt, und natürlich Polizisten auf der anderen Straßenseite rumgammelten, kann man sich ungefähr denken was passiert ist 😉 Wir nahmen das ganze aber wesentlich entspannter und belustigter als die hektisch aneilenden Polizisten. Keine Ursache, Jungs!

Genauso schnell wie die Hinfahrt verstrich auch die Rückfahrt, bis ich schließlich an einem Parkplatz rausgelassen wurde, wo ich mit einem Mitfahrer zusammen meine Astrologiekenntnisse auffrischte. Falls jemand das Sternbild „die Schlange“ kennt, bitte Nachricht an mich, damit ich beim nächsten Mal mit Insiderwissen auftrumpfen kann.

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