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🙂 Das zu allererst, bevor ich mich nun dem Nürnberg-Bericht widmen werde. Es war WET angesagt, und dem fleissigen Leser dürfte aufgefallen sein, dass WET Auswärtstouren natürlich einen ganz anderen Reiz als der olle Heimspiel-Alltag darstellen! So auch letzten Samstag. Los ging es zu einer Recht humanen Uhrzeit, in der man sich zu dritt am Fanbahnhof treffen sollte. Im Vorfeld war zumindest uns schon klar, dass man den ersten Teil der Strecke nicht alleine auf Reisen sein sollte, dementsprechend wurde die Route angepasst, um unliebsamen Begegnungen aus dem Weg zu gehen. Einige andere hielten dies für überflüssig, so konnte man sich einige Kommentare nicht verkneifen, als man selbige Leute dann doch an einem Bahnhof traf, da sie unterwegs auf ebenjene Leute trafen 😉 (Spruchbandstyle ist anstrengend)

Später weiter südlich war die Reisegruppe dann komplett, und man durfte 3 wackere Dortmunder begrüßen, die am Vortag nachts sich auf den Weg machten – Größten Respekt! Dementsprechend ging die Hinfahrt recht schnell rum, und bevor ich jetzt das übliche blabla dazu erwähne, lass ich es einfach 😉 Irgendwann kamen wir auch in Nürnberg an (Fiasko hatte sich leider nicht gestellt) und konnten einige der GE-Freunde kennenlernen, die aber letztendlich doch nicht gerade in Geberlaune waren…

So ging es dann zum Gästeparkplatz, um die Mottoshirts abzuholen. Ich denke nicht nur ich war heilfroh darüber, dass wir vorbestellt hatten – Was da beim „normalen“ Verkauf abging war echt unschön. Sehr erwähnenswert auch der Kommentar von jemandem, der sich fragte ob es hierbei wirklich um die Aktion oder schlicht Konsumgeilheit geht…Wenn da Leuten schon vor Ort das doppelte für das Shirt geboten wird, tendiere ich wohl eher zu letzterem. Leider. Aber egal, das Spiel stand an! Glücklicherweise traf ich mich genau zu dem Zeitpunkt mit Lukas, als das Tor zum Gästesteher wie von Zauberhand ohne Ordnerkontrolle aufsprung, dementsprechend wurde diese Einladung natürlich gerne genutzt.

Lustigerweise trat genau das ein, was ich letzte Woche bemängelt hatte – Gegen Anfang war das alles andere als gut, was wir gespielt haben, am Ende wurde dann aber doch ein recht ungefährdeter 3:2 Sieg rausgespielt – Genau so soll es sein! Die Stimmung dementsprechend richtig gut, besonders der Dauergesang hatte es mir ziemlich angetan, ist auch immer mal wieder schön wenn man einfach mal 10-15 Minuten auf ein Lied abgeht. Nach dem Spiel kamen die Spieler auch zum Block, deckten sich mit Shirts ein (ob sie über den Hintergrund Bescheid wissen, sei mal dahingestellt) und Kevin gab auch nochmal das Europapokallied zum Besten. Mega gut!

Dann sollte es aus dem Block gehen, die Tshirts verloren wir leider an Ingelfingen, die klar in der Überzahl waren. Schnell die Hemden übergestreift (Stimmt, hatte vergessen dass heute Hemdfahrt war, Beteiligung hätte aber besser sein können!) und ab zum Bahnhof. Wurde zwischenzeitlich gehofft, dass wir aufgrund einiger Verspätung doch den Anschlusszug verpassen würden und ICE fahren können, ging es letztendlich leider doch auf und es ging wieder nordwärts. Diesmal durchaus mit Eskalationsfaktor, so trieben laut Aussagen beteiligter Dortmunder Sodomisten,Nekrophile,Kleptomanen und Sextouristen ihr Unwesen… 😉

In der Hauptstadt des Verbrechens angekommen stieg zwischenzeitlich nochmal der Adrenalinspiegel, da natürlich entsprechende Leute rumlungerten und man einige Blicke auf sich zog, das alte Spiel halt. Passiert ist dann, wie immer, am Ende doch nichts.

Tja, irgendwie eines der bittersten Unentschieden dieser Runde – Zumindest meiner Meinung nach. Die Einen waren enttäuscht, weil sie wirklich mit der Champions League kalkuliert hatten, die Anderen haben nun kalte Füße bekommen, ob es überhaupt was mit Touren nach Moskau und Tel Aviv werden wird, und wieder Andere können die ersten Beiden Gruppen garnicht verstehen, da sie immer noch fest daran glauben, dass wir alles sicher in trockene Tücher bringen werden. Ich bin da etwas hin und her gerissen – Auf der einen Seite ist es natürlich klar, dass wir alles selbst in der Hand haben. Auf der anderen Seite bereitet mir unsere fehlende Abgezocktheit Sorgen. Man muss natürlich auch ehrlich sein und sagen, dass wirkliche Topmannschaften so Spiele wie Sonntag halt irgendwie noch gewinnen, egal wie schlecht das Spiel sich an und für sich gestaltet. Naja, warten wir es ab. Mehr denn je gilt es unsere Mannschaft noch die restlichen Spiele nach Europa zu brüllen!

Die Anreise gestaltete sich spießig wie immer, so fuhren wir in trauter Zweisamkeit per Fanauto Richtung Dortmund, um vor dem Spiel noch die Frankenfotzen zu treffen und von der Stube aus zum Stadion zu pilgern. Ausnahmsweise verschlug es uns nicht direkt in den Block, sondern der ein oder andere Freude bereitende Spaziergang wurde getätigt. Da man dann schließlich relativ spät dran war und die Blöcke dementsprechend schon überfüllt waren, gönnten wir uns seit langem mal wieder eine Halbzeit im Familienblock 😉 In der zweiten Hälfte ging es dann in Block 12, und postwendend schoss Borussia dann auch das 1:0 . Stimmung war zu dem Zeitpunkt gut, konnte aber lange nicht mit Leverkusen mithalten – Fand ich. Der Rest des Spiels ist bekannt, überall Enttäuschung und „“feiernde“““ Gäste – Nicht mal da hat man sie gehört. Zum Glück hielten sich die Pfiffe gegen die Mannschaft in Grenzen.

Nach dem Spiel gab es dann noch unangenehme Situationen mit 1312 Polizisten, die es mit dem Laufen auf der Straße etwas übergenau nahmen und provozierten wo sie nur konnten – Klar, irgendwie muss man ja den Einsatz rechtfertigen. Hauptsache eine Bullenuschi erdreistet sich dann noch „Nun macht doch kein Drama draus“ zu sagen. Ist klar, Hure!

Doch etwas gefrustet machte man sich dann auf dem Heimweg, um sich noch in Herborn von Ingelfingen zu verabschieden, und mich verschlug es recht postwendend ins Bett, wo ich mich Träumen von deutschen Polizisten im Auslandseinsatz bei PAO – Olympiakos hingab.

Damit der Blog wenigstens eine kleine Erfrischung erfährt gibt es hier noch kurz einen kleinen Bericht zum Auswärtsspiel der Amas in Wiesbaden, welches ich vor meiner einwöchentlichen Griechenland-über-Balkan-Tour glücklicherweise noch besuchen konnte. Ein Novum war hierbei dass ich zum ersten Mal mir und meinem schnuckeligen Auto eine Fußballfahrt zugetraut habe! Wider erwarten habe ich sogar das Stadion finden und, mehr durch Glück als durch Ortskenntnis, direkt einen sehr angenehmen Parkplatz klarmachen können. 😉

Netterweise war auch eine Autobesatzung aus dem UN94-Land anwesend, zu denen ich mich natürlich gerne gesellte, auch wenn vorher der Verlust einer Caprisonne an einen überkorrekten und uneinsichtigen Ordner zu beklagen war. Das Spiel an und für sich war dann eher überhaupt nicht zu gebrauchen und schloss nahtlos an den Grottenkick der Profis in Berlin an. Wirklich nicht sehenswert! Trotz Unterstützung aus der Profi-Mannschaft konnte im Abstiegskampf nicht mal ein Pünktchen eingefahren werden und der moderne Fußball konnte einen Sieg verbuchen. Die Stimmung war wie immer bei Amasspielen, wobei es dann schon aus meiner Sicht merkwürdig war, dass am Ende, nach ein paar Pöbeleien der Wiesbadener aufeinmal alle laut wie sonstwas singen konnten, aber vorher das so gut wie kein Schwein zusammengebracht hat. Schade! So ging es noch ins Fastfood-Restaurant, wo man sich gegen Ende sogar in Gesellschaft einiger Wiesbadener Ultras befand.

Am Sonntag geht es dann gegen den anderen Mongoverein aus Hoffenheim. Also ich bin heiß, wer noch?

So oder so ähnlich könnte das Motto der Auswärtsfahrt nach Berlin letzten Samstag heißen. Im Nachhinein nämlich definitiv eine Flippers-Gedenktour…Olaf, Manfred und Bernd eben!

In die Hauptstadt reiste man ganz stilvoll per Hessenbus. Unser Fahrer Peter war einer der angenehmeren Sorte, so stellte er sich als recht gewieft im Umgang mit Polizisten um und verteilte ordentlich Tips, wie man lästige Dinge wie Anschnallpflicht und Co. umgehen konnte. War kein schlechter! So musste man also viel zu früh um 3:45 aus den Federn, um noch umständlicherweise per Nahverkehr zum Abfahrtsort zu kommen, wo dann um 6 der Bus eintraf, der schon eine Weile unterwegs war. Die Fahrt ansich war recht angenehm, auch wenn es für meinen Geschmack ein paar Pausen zu viel gab, denn dies sollte sich letztenendes in der Ankunftszeit bemerkbar machen.

So kam es nämlich, dass wir unangenehm spät ankamen und man sich dann vor den Toren des Olympiastadions mit ewig langem Anstehen abfinden musste. Verstehe es wirklich nicht, wieso man in so einem Stadion es nicht hinkriegt, dass das Ganze irgendwie schneller über die Bühne geht. Naja, auch egal, irgendwann war man dann auch im Stadion, und wir nahmen irgendwo im Oberrang ein leeres Plätzchen ein, um die erste Halbzeit zu verfolgen. Das Spiel war dann allerdings so richtig 0 ansehnlich, und auch die Stimmung passte sich dem an, nachdem ein ganz netter Start hingelegt wurde… Die Halbzeitpause wurde dementsprechend dankend angenommen und man machte sich raus um sich mal umzuschauen, wo andere Mitfahrer so versackt waren. Das Wort „versackt“ traf es dann letztendlich wohl ganz gut 😉 Wir nutzten dann noch die Gelegenheit, um die zwei Elemente Durst + Spendenaktion dazu zu nutzen, die „Spendet Becher – Rettet Leben!“ Aktion zu unterstützen. Definitiv lobenswert, dass sich auch Leute von uns an dieser Sache so aktiv beteiligt haben, und ein Fußballsamstag auf Ultráebene nicht nur darin bestand, sich gegenseitig auszuspähen und anzugreifen.

Die zweite Halbzeit war dann wieder letztendlich ähnlich mager wie die erste, auch wenn es natürlich ein paar aufregende Aktionen gab. ( Abseitstor ; Großchance von Nuri ) Dementsprechend endete das Spiel 0:0, wobei man sagen muss, dass wir den einen Punkt wohl eher dankend mitnehmen sollten.

Noch ein paar Worte zur Berliner Ostkurve, definitiv ein Auftritt, der mir sehr gut gefallen hat. Viel Bewegung von einer recht großen Masse, das Fahnenverbot wurde durch Schalparaden ganz gut kompensiert und die Lautstärke hat auch oft gestimmt. Auf jeden Fall großen Respekt dafür, in so einer krassen Phase noch so die Vereinsfarben stolz zu vertreten. Wünsche den Jungs, dass sie es noch irgendwie schaffen!

Nach dem Spiel ging es dann recht bald in die Berliner Innenstadt, wo sich die Gruppe dann etwas verstreute. Einige zog es zum Chinamann, andere wollten lieber die Qualität von Berliner Frauen im Dienstleistungssektor erkundigen. Ein großer Teil fand sich dann in einer Bar wieder, die sich als absoluter Volltreffer herausstellte. Ich weiß leider nicht mehr genau den Namen, auf jeden Fall war es an und für sich eine Porno-Videothek, mit eigenem Museum (!) , in dessen Obergeschoss sich eine Schwulenbar befand. Der Vorteil besteht darin, dass dort Happy-Hour von 19:00 – 21:00 war (alles nur 1 € ) und man den Laden dementsprechend einige Zeit lang bewohnte.

Irgendwann wurde es den Betreibern allerdings zu laut und man wurde freundlich rausgebeten… Was tut man nun gegen 10 Uhr abends, wenn der Bus erst um 2 Uhr fährt? Richtig, man fährt sinnlos mit der S-Bahn umher um schließlich in irgendeiner Kneipe in Kreuzberg abzugammeln. Ich zog es mit ein paar anderen allerdings vor, vor der Kneipe rumzustehen und etwas die Großstadt zu genießen und die Zeit mit netten Gesprächen zu überbrücken 😉 Irgendwann war es dann auch langsam mal Zeit und man machte sich auf zum geplanten Treffpunkt, zumindest ich war sehr angespannt, wie viele der ursprünglichen Besatzung letztendlich dort hinfinden würden. Zu meiner Verwunderung tauchten alle rechtzeitig auf, wenn auch teilweise etwas unter Ausfallerscheinungen leidend…

So freute man sich nach dem anstrengenden Tag auf eine Busfahrt der geruhsameren Art, doch wer sich darauf verließ, wurde von Exxner eindeutig enttäuscht, sah er seine Berufung während der Rückfahrt doch darin, seinem Ruf alle Ehre zu machen und zudem dafür zu sorgen, dass niemand ein Auge zumacht und keiner es wagen sollte, nicht-alkoholische Getränke zu verzehren. So brachte er doch einige an den Rand der Verzweiflung… 😉 Als er sich schließlich an seinem Ausstiegsort verabschiedete (nicht ohne vorher ein „OLAF MANFRED UND BERND – DIE FLIPPERS“ zum Besten zu geben) nutzte ich die Zeit bis zu meinem Ausstiegsort, um noch wenigstens ein bisschen die Augen zuzumachen…Letztendlich gelang dies nur begrenzt, sodass man gegen 11 Uhr endlich ins Bett fiel.

Nur noch Pornofahrt!

24. März 2010

Alter, geht mir heut noch einer ab wenn ich an letzten Samstag denke…3:0 gegen den vermeintlichen Meisterschaftsanwärter und eine Stimmung teilweise, die zum Wichsen gut war! Und eins wissen wir doch alle – Letztenendes lags an der Pornofahrt, nix anderes! Also fange ich mal an zu berichten:

Letzten Samstag entschieden wir uns auf die Spießer-„Wir drehen jeden Cent zweimal um“-Hessenfraktion zu scheißen und uns an der Ingelfingen Pornofahrt zu beteiligen, die zwar schon mehr in die Tasche langte als eine WET oder Autotour aus Hessen, aber dennoch durch ihre Einmaligkeit überzeugen konnte!

Nun stand ich natürlich vor meinem Kleiderschrank, um zwischen den liebevoll zusammgengefalteten Jogginghosen eine passende auszuwählen, und natürlich um Unterhemd und Lederjacke rauszukramen. Meine Goldkette noch um den Hals gehängt und fertig war das Outfit. Als T. mir dann am Bahnhof im Pornobrillen und oberpeinlichen „Dort Mund -> “ Tshirt entgegenkam war das Hessenduo vorerst komplett. (Und sorgte für leicht irritierte Blicke in einer bekannten Fast-Food-Kette) Erwähnt werden muss an dieser Stelle aber auch, dass sich schon am frühen Mittag abzeichnete, dass dieser Tag etwas richtig frühlingshaftes an sich haben wird, also von den Temperaturen her. War zwar nicht immer schön sonnig, aber dafür richtig krass warm im Sinne von schwül teilweise ; werde noch später darauf zurückkommen.

Als dann der Ingelfingen Terrormob ankam wurde man durch mit Sturmmasken, Bademänteln, Playboymützen und Pornoheften gerüstete Mitreisende eindeutig in die Schranken gewiesen, Respekt hierfür! Dementsprechend nahm die Fahrt ihren Lauf und man verbrachte die Zeit mit dem Verzehr von Hopfengetränken, Blättern in Pornoheften und den üblichen Späßchen, sodass man relativ bald wieder halbwegs normale Klamotten anzog, um sich für unsere Borussia einigermaßen schick zu machen. 😉

Recht schnell ging es dann auch ins Stadion rein, wo man neben dem erfreulichen 2:0 Auswärtssieg unserer Amateure in Wuppertal auch die letzten Minuten der Bundesligakonferenz begutachten konnte, die insgesamt eher mäßig gut ausfiel, war man nach einer Führung von Bayern und Bochum recht optimistisch dass die Ergebnisse uns ganz gut in den Kram passen würden, letztenendes wurde daraus aber leider nichts. Warum dann alle nach dem 2:1 für FF/M durchdrehen, bleibt wohl deren Geheimnis.

Wie auch immer, nun war unser Spiel dran. Der Spielverlauf sollte hinreichend bekannt sein, dementsprechend ein paar Worte zur Stimmung 😉 Erste Halbzeit dem Spielverlauf entsprechend nicht übermäßig gut, aber trotzdem finde ich es generell schon so, dass bei schwachen Spielphasen dennoch immer in einer recht annehmbaren Lautstärke erreicht wird. Dass da natürlich auch viel mehr los sein müsste, um unser Team nach vorne zu peitschen, ist klar, aber ich denke viel mehr Luft nach oben wirds da einfach leider nicht geben.

Ganz anders natürlich die zweite Halbzeit. Ach du scheiße! Das Verb „durchdrehen!“ trifft es wohl bei diesem Spiel besser den je. Durchgedreht sind nämlich irgendwie alle auf der Südtribüne, und auch endlich mal große Teile der Sitzplatztribünen…War teilweise einfach nur abartig geil, zumindest ich habe bei dem brachialen „Borussia BVB!“ eigentlich nicht mehr mitgesungen sondern nur ungläubig um mich schauend unverständliches zeug geschrien und Freudentänze aufgeführt. 🙂 Mega gut! Der unerträglichen Hitze und dem absolut geilen Spielverlauf war es dann geschuldet, dass ich seit langem mal wieder mein Tshirt runterriss und meinen Adoniskörper gen Dortmunder Abendhimmel reckte…War herrlich befreiend! Wie soll man solche Momente beschreiben? Wenn du völlig überdreht halbnackt auf der Tribüne stehst und einfach nur komplett ausrastet wie der letzte Idiot? Das ist Fußball, Baby! Zu meiner Schande muss ich gestehen (Irgendwie gibt es von mir immer solche Lappen-Meldungen, siehe Freiburg) dass mir irgendwann ziemlich übel vom durchdrehen war und ich mir etwas dehydriert vorkam. War dann aber auch egal!

Nachdem noch ein ohrenbetäubendes Europapokal-Lied in den Abendhimmel geschmettert wurde machte man sich voller Vorfreude auf eine eskalierende Rückfahrt auf zum Bus. War dann aber irgendwie alles doch nicht so super, da sich unsere Abfahrtszeit leider stark verzögerte und im Bus später leider auch nicht wirklich eine dem Spiel gebührende Stimmung aufkam. Nichtsdestotrotz überbrückte man die Fahrt mit netten Gesprächen und war dann etwas später als geplant daheim, wo ich völlig ausgelaugt, aber mit mir und der Welt zufrieden, ins Koma fiel.

Wiederholung in Berlin?

Obwohl ich kein ausgewiesener Groundhopper bin, hatte ich mich schon eine Woche vorher entschlossen, mir dieses Spiel zu Gemüte zu führen. Zwar hatte Lüttich in der Vorwoche durch ein 1:3 auswärts schon mehr oder weniger alles klar gemacht, trotzdem freute ich mich auf einen guten Tag, die Stadt und das Stadion.

Der Tag des Spiels startete dann auch unter guten Vorzeichen, als es im Cabrio zum ausgemachten Treffpunkt ging. Endlich scheint der Dreckswinter sich dem Ende zu neigen!

Da wir mit dem Auto anreisten war die Fahrt unkompliziert und so erreichten wir Lüttich etwa 5 Stunden vor Anpfiff. Zuerst wurde also die Innenstadt angesteuert und das Auto in einem Parkhaus abgestellt um die Stadt zu erkunden und sich etwas zu stärken.

Die Frietjes (mit Soße „Brasil“) mundeten ausgezeichnet, überforderten mich mengenmäßig allerdings. Ist schon was anderes, als Pommes mit Mayo.

Ebenfalls ausgezeichnet gefiel mir dir Stadt. Meiner Theorie nach liegt das vor allem daran, dass die Stadt wohl nie in einem Krieg zerstört wurde, zumindest sieht sie nicht danach aus. Nur selten durch Neubauten unterbrochen versprühen ansonsten alte Gemäuer ein sehr angenehmes Flair in der ganzen Stadt.

Mit (nur bedingt weiterzuempfehlenden) belgischem Dosenbier ausgestattet flanierten wir noch etwas durch die Straßen und holten dann auch bald wieder das Auto im weiter Richtung Stadion zu fahren. Beim finden des Weges war uns ein netter Belgier behilflich, der ebenfalls zum Stadion unterwegs war und uns anwies, ihm einfach nachzufahren. Als wir ihn im dichten Verkehr verloren war der Ground schon ausgeschildert.

Im Stau stehend fielen uns dann bald eine immer größer werdende Zahl an Lüttich-Fans auf, die ihr Auto einfach an der Straße abstellten und zu Fuß weitergingen. Zwar war das Stadion noch nicht in Sicht, aber wir verließen uns darauf, dass die schon wissen was sie tun. Über diese Entscheidung war ich sehr froh, denn so konnte man die Stadionumgebung noch etwas genauer betrachten.

Diese präsentiert sich weit weniger edel als die Innenstadt. Riesige Fabriken liegen in direkter Nachbarschaft des Maurice-Dufrasne-Stadions. Auch die Häuser die sich rund um den Fluß reihen wirken sehr nach altem Arbeiterviertel. Schön finde ich dabei vor allem, dass die Wohnhäuser an manchen seiten bis unmittelbar an die Mauser des Stadiongeländes heranreichen. Insgesamt eine absolut geile Gegend rund um das Stadion, die meinen positiven Eindruck der Stadt abrundete. Umso gespannter war ich natürlich auf das Stadion und die Fans.

Die Karte konnte auf dem örtlichen Schwarzmarkt schnell erworben werden und so ging es in Innere des Gebäudes, das mir durchaus zusagte. Die Ränge sind dreigeteilt und sehr steil. Geil auch dabei in den Ecken: Es gibt weder Rückenlehnen noch Wellenbrecher oder ähnliches und da obwohl die Ecken ähnlich steil sind wie bspw. die Südecken im Westfalenstadion. Die Leute dort waren auch eher locker und praktizierten ohne irgendwelchen Stress die freie Platzwahl, obwohl es im gesamten Stadion nur Sitzplätze gibt.

Zu Anpfiff gab es dann eine kleine Aktion zu sehen, die ich leider aufgrund meiner Position nicht komplett erkennen konnte. Das Banner in der Heimkurve wurde dabei von einem auf der gegenüberliegenden Seite ergänzt.

Überhaupt gibt es zwei Stimmungsblöcke. Auf der Heimtribüne scheinen die „Ultras-Inferno 1996“ den Ton anzugeben, auf der Gegenseite ist es ein kleiner Kern, dessen Namen ich nicht erkennen konnte. Auffällig fand ich dort, dass auf ca. 100 Leute zwei Megafone kamen…

Zu Beginn gab es auf dieser Seite allerdings noch etwas Pyro zu sehen, was mich dazu veranlasste meine (niedrigen) Erwartungen an die Stimmung zu hinterfragen. Und in der Tat war das was folgte weit besser als ich es vorher angenommen hatte. Zwar kam vom Gästeblock bis auf zwei geworfene Bengalen nicht viel, aber das war bei der Entfernung und dem Termin unter der Woche leider zu erwarten gewesen. Der Großteil dürften Griechen aus dem umliegenden Ausland gewesen sein.

Die Stimmung der Heimfans dagegen war es, die mich positiv überraschte. Immer wieder gelang es, das extrem begeisterungsfähige Publikum im ganzen Stadion trotz des schlechten Spiels mitzureißen und eine sehr ordentliche Lautstärke zu erzielen. Schade ist da dann natürlich, wenn das ganze Stadion einstimmt und nur der zweite Stimmungsblock sein eigenes Ding macht.

Der Höhepunkt der Stimmung waren die Sekunden nach dem Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Das ist zwar meistens so, aber dieser Torjubel war schon brachial. Überhaupt war der aufbrausende Applaus (zB bei Kontern) das beste. Das ganze Stadion schien die Mannschaft nach vorne zu brüllen, absolut klasse und weit entfernt von dem, was ich mir ausgemalt hatte!

Von den Griechen kam vor allem auf dem Platz viel, viel zu wenig. Wenn man drei Tore machen muss, ist so ein Auftreten einfach inakzeptabel. So plätscherte das Spiel meist etwas dahin und wir konnten gegen Ende das Stadion ohne Umschweife verlassen, um uns auf den Heimweg zu begeben.

Auf dem Heimweg sorgte ein am Weg stehender Fuchs für das letzte Highlight bevor ich um halb 2 wieder zuhause ankam.

Meine erste richtige Hoppingtour ist also als voller Erfolg zu bezeichnen und schreit gradezu danach bei nächster Gelegenheit eine Fortsetzung zu finden. Aber morgen ist erstmal wieder Dortmund angesagt.

Hassgipfel in Bochum

17. März 2010

…NICHT.

Dieses Wochenende sollte es also zur grauen Maus des Ruhrgebietes gehen, um das aus deren Sicht wichtigste Spiel des Jahres zu bestreiten. Dieses Mal wurde auf eine WET-Tour zurückgegriffen, was ja im Grunde das Gleiche ist, wie eine Heimspiel-WET-Tour. War aber dann dieses Mal doch was Anderes und eigentlich garnicht mal so schlecht. Aber der Reihe nach.

Morgens ging es zu einer recht humanen Uhrzeit los und im Zug traf man dann auf einige Kollegen, unter denen sich auch der definitiv bamherzigste Samariter des Spieltages befand, der nicht nur 2 Kisten Bier sponsorte, sondern auch den restlichen Tag über immer für eine Wohltat zu haben war. Besten Dank hierfür! Dementsprechend gestaltete sich die Hinfahrt recht kurzweilig, aber nicht besonders ereignisreich. Lediglich ab Siegen sorgte ein Haufen Rumänen mit vollem Gepäck für einen großen Spielraum an Spekulationen. Tendierten diese nämlich erst aufgrund bestialisch riechender Koffer in Richtung „Organmafia“ einigte man sich später darauf, dass die Herren einfach nur illegal einwandern wollten – Anders konnte man sich nicht erklären, wieso sie wirklich vollgepackt waren und sich auf dem Zugklo rasierten und dort ihr Handy aufluden. Aber definitiv kultig!

In Dortmund angekommen verpasste man um wenige Minuten noch den Großteil des Dortmunder Haufens, um deshalb auf den Sonderzug zurückzugreifen. Kaum auffällig hierbei eine Zivi-Uschi, die erst neugierig in die Zugfenster reinschaute, um dann, mit Stift und Papier bewaffnet, mit den Bullen zu quatschen. In Bochum angekommen die Castroper Straße entlang, nette Blicke von den einschlägigen Bochumer Kneipen, um schließlich am Stadion anzukommen und ein paar bekannte Gesichter zu begrüßen. T. und ich machten uns dann recht schnell auf in den schon gut gefüllten Gästeblock, zu beobachten war allerdings auch, wie, entgegen des herrschenden Trendes, es viele in den anliegenden Sitzplatzbereich zog 😉 Die Westkurve an sich bot einen gewohnt wunderschönen Anblick, so waren es letztenendes wohl knapp 10.000 Schwarz-Gelbe, die die Kurve in den schönsten Farben der Welt bevölkerten.

Dies wirkte sich auch sehr positiv auf die Stimmung aus ; Viele Gesänge wurden von fast ausnahmslos allen Borussen getragen, insgesamt ist festzustellen, dass, angepeitscht von 3 Einheizern ein sehr annehmlicher Mix aus alten Gesängen, neuen Gassenhauern und spontanen Bekundungen Richtung der Bochumer zusammenkam. Diese sorgten hierfür auch für viel Angriffsfläche (im wahrsten Sinne des Wortes 😉 ) , da sie, zur Belustigung des Publikums die eigentlich ganz nett anzusehende Choreo einfach total vergeigten.  Die Blockfahne wurde pflichtbewusst wenige Minuten vor dem Spiel hochgezogen, allerdings entschieden sich einige Ostkurvenmenschen, doch lieber den Einlauf der Mannschaften mit anzusehen, dementsprechend war das Spektakel in diesem Moment vorbei – fast! Denn die Blockfahne wurde wieder hochgezogen, allerdings diesmal passend für die eben genannten Ostkurvenmenschen mit einigen Gucklöchern, sodass letztendlich alle auf ihre Kosten kamen. Ganz gutes System eigentlich,  wenn man die Differenzen zwischen Ultras und den restlichen Fans betrachtet. 🙂

Das Spiel tat nun sein Übriges für einen gelungenen Fußballnachmittag, die Stimmung habe ich ja oben schon angesprochen. Allerdings muss man auf jeden Fall erwähnen, dass vor unserem 3. Tor eine gewisse Lethargie herrschte und die Mannschaft nicht wirklich viel zusammenbekam, was anhand einer Überzahl auf dem Platz eigentlich nicht sein darf. Aber wir wollen uns nicht an Kleinigkeiten aufhalten, ich hoffe dennoch dass man da etwas konzentrierter zu Werke geht, da eine Mannschaft wie Bayer Leverkusen da andere Qualitäten aufweist, um sowas bitter zu bestrafen!

Nach dem Spiel ging es noch ans Beobachten der Bochumer Spieler beim Auslaufen, bis man schließlich das Stadion verließ und zum Hbf zurückspazierte. Dort konnte man feststellen, dass man noch locker eine Verbindung bekommen würde, die einen ganze 2 1/2 Stunden früher daheim ankommen lassen würde! Anhand anderer Fußballfreunde, die an diesem Tag per Zug in Niedersachsen ihr Unwesen trieben war das den Meisten vermutlich auch ganz recht so. Die Fahrt selbst war wieder sehr angenehm ; Zu Beginn ging es erstmal ans Ausspannen, gegen Ende entwickelte sich aber doch noch eine ordentliche Feierstimmung mit den üblichen Späßen umgeben von Normalreisenden, die das WET-Fahren so lustig machen.

Um mal ganz offensiv zu Werke zu gehen:

Auf 3 Punkte gegen Leverkusen!

bringen wirs hinter uns

1. März 2010

… War zumindest meine Definition des Heimspiels gegen Hannover 96 letztes Wochenende. Mehr war es irgendwie für mich nicht, ist das Spiel gegen die Niedersachsen doch eines der wenigen Spiele in der Saison, denen ich sportlich und fantechnisch nicht furchtbar viel abgewinnen kann. Wobei man natürlich nicht ganz so drastisch sein darf, die Niederlagenserie unserer Gäste versprach einen (hoffentlich!) Wendepunkt in unserem kleinen Tief und letztendlich sollte man auch nicht enttäuscht werden.

Kommen wir nun zum ersten Teil des Titels dieses Beitrages, nämlich die Tatsache, dass ich nun seit letztem Wochenende offiziell zu der Klasse der Spießer gehöre. Nun, begonnen hat diese Entwicklung eigentlich schon vor dem Spiel, nämlich bei der Anfahrt. Auch wenn ich es mir nicht hab anmerken lassen, WET Touren nach Dortmund find ich eher uncool. Ist ’ne langweilige Strecke, meistens sind die Züge überfüllt mit irgendwelchen Minusmenschen – kurz gesagt, einfach nicht mein Ding. Letztendlich sollte es aber recht kurzweilig werden, für Unterhaltung war gesorgt – Erlebnisse der Münchenfahrt bestimmten die Gespräche. An dieser Stelle muss ich zum ersten Mal den geschätzten Herrn D. aus UF-Kommunistenstadt erwähnen, der durch Bemühungen im Dosenpfand Sektor positiv auffiel. Leider nicht bei seinen Mitkonkurrenten im Kampf um das Pfandgeld. Entsprechend geknickt war die allgemeine Stimmung, als er dann am Stadiontor seine mühsam gesammelten Dosen unter einem Schrei der Verzweiflung abgeben musste. Beste! Aber lass Dich nicht beirren mein Bester, geh deinen Weg weiter und Du wirst der König der Flaschensammler werden!

Vor dem Spiel war ich sogar etwas im Stress, da allen irgendwie eine Woche vorm Derby einfällt, dass man ja so langsam mal die Kartenproblematik angehen könnte. Dementsprechend lief ich dann mit 3 der begehrten Tickets durch die Gegend – Wer mich und meine Karten-Verlust-Paranoias kennt, denkt sich nun den Rest.

Das Spiel wurde netterweise wieder bei den Ingelfinger Jungs verfolgt, wo allerdings schon früh ein abseits stehender engagierter junger Fußballfan stand, der vor dem Spiel schön die Vodka-Reste von Mami verzehrte. Dementsprechend entwickelte er sich zu einem der nervigsten Menschen, die je beim Fußball neben mir standen. War er zu keinem Zeitpunkt nur ansatzweise in der Lage, einen Fangesang richtig ( melodisch + rhythmisch ) zu singen, sah er sich dennoch in der Verantwortung, mich und andere Umstehende ständig belehren zu müssen, wie wir denn abzugehen haben. Nachdem ich über die möglichen SV-technischen Folgen einer Kopfnuss auf der Südtribüne nachgedacht hatte, entschied ich mich für stilles Ertragen der Situation.

Die zahlreichen Tore leisteten dazu einen ganz annehmlichen Beitrag, war schon okay so. Gleiches gilt für die Stimmung, wobei ich sehr positiv bemerken will, dass in der letzten Viertelstunde der Fokus auf unserem geschätzten Nachbarn lag, gehört ein Spiel vorm Derby auf jeden Fall dazu und wurde auch sehr lautstark und teils brachial angenommen. Zu den Gästen aus Hannoi will ich garnicht viel sagen, war mir nicht bewusst dass die beiden Gruppen sich scheinbar so sehr lieb haben, dass sie relativ weit getrennt voneinander standen. Teilweise wirkte es sogar, als ob unterschiedliche Lieder gesungen wurden, kann aber auch sein dass ich das falsch erkannt habe. Insgesamt kam dementsprechend garnichts rüber. Was mich wieder darin bestärkt hat, dass Hannover einer der Vereine ist, die gut und gerne den Weg in Liga 2 finden dürfen.

Nachdem nach Spielende noch eine Karte vertickt wurde kommen wir nun zum zweiten Teil von Herrn D. Da mir im Laufe des Spiels eine Mitfahrgelegenheit im Ingelfingen-Bulli angeboten wurde und, wie schon erwähnt, WET Touren zu Heimspielen nicht meine Stärke sind, ließ ich mich natürlich nicht dreimal bitten und nahm das Fahrangebot an. Da Herr D. nun in mich verliebt ist, und sich auf eine Zugfahrt im Mondschein so sehr gefreut hat, musste man sich einiges an Hasstiraden gefallen lassen. Andere Stimmen behaupten, dass er sich einfach nur zu sehr eines Hopfengetränkes bedient hat, die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

So ging es sehr zügig und untermalt von einigen Pop-Klassikern der Backstreet-Boys leicht enttäuscht gen Heimat, da die Jungs aus Flavour Castle mal wieder zu feige waren, sich im fairen 1:1 zu messen.

Stilvoll reisen!

14. Februar 2010

München auswärts – da hört man im Vorfeld immer schon Glückwünsche, dass man ja endlich mal der wäre, der nah dran wohnt. Leider ist diese Annahme recht weit von der Realität entfernt, Bayern ist schon recht groß.

Aus diesem Grund wurde bei uns schon frühzeitig die genaue Anreise geplant, da wohl zu der Fahrt kein Auto zur Verfügung stehen sollte. Mit großzügigem Vorlauf wurde also Freitag abends um 23:00 Uhr dann beschlossen, mit welchem Zug es hingehen sollte. Die Rückfahrt war ja noch lange hin.

Als man dann um kurz vor 12 am Samstag den Zug bestieg, wartete dort neben Horden gut aufgelegter Polizisten auch schon ein ganz beachtlicher Mob Dortmunder. (Das im übrigen nicht nur von der Gesinnung her. Es waren auch tatschlich in Dortmund wohnhaft Reisende darunter, die Freitag um 20 Uhr mit dem WET aufgebrochen waren. Fetten Respekt!) Die Fahrt bis Nünrnberg wurde WET-üblich verbracht und verlief ohne größere Vorkommnisse. Für gute Stimmung war durch die Anwesenheit von Norbert Dickel inclusive Mikrofon und interessante Gesprächen wie „Ich habe da noch nie mit jemandem drüber gesprochen, aber ich glaube ich bin beschnitten – guck mal!“ pausenlos gesorgt.

In Nürnberg war umsteigen angesagt und unsere Begleitung in Grün beendete die Mitfahrt an dieser Stelle. Ersetzt wurden sie durch total unauffällige Zivis, die lässig mit in Alufolie eingewickelten „Bieren“ im Gang chillten und die Gespräche sicher nur zufällig schon nach ein paar Sätzen in die Richtung lenkten, ob von uns denn auch SVler da wären. Sachen die ganz normale Mitreisende eben interessieren. Wir quatschen nicht mit den Bullen!

In München angekommen gammelte man erstmal eine Weile am Bahnhof rum, was von einem Mitfahrer dazu genutzt wurde sich von ca. 50 Leuten ganze 20 Cent zusammen zu schnorren. Auch der Einsatz sämtlicher bekannten Fremdsprachen trug nicht zum Erfolg bei. So ging es ohne Krapfen (1€/Stück) weiter Richtung Innenstadt.

Diese fiel vor allem durch Kälte und Schnee auf. Ein Highlight war da nur eine dieser lebenden Statuen. Diese angemalten Typen, die sich für ein paar Euro den ganzen Tag nicht bewegen. Während das ja meistens nur mäßig gut ist, war dieser Typ ein echter Vollprofi. Selbst von den Massen umlager zog er sein Ding durch und konnte bis auf ein einziges Zwinkern eine echt beeindruckende Show bieten.

Zum wunderschönen Gästeblock und den tobenden Massen in der Arena dürfte jedes weitere Wort überflüssig sein. Auf unserer Seite konnte ich streckenweise nicht so durchdrehen, wie ich gerne wollte. Ich hatte wohl etwas lange nicht gegessen und getrunken, jedenfalls baute ich schon während dem Spiel massiv ab und wollte eigentlich nur noch sitzen, essen und trinken. Trotzdem hab ich natürlich alles gegeben und über weitere Strecken fand ich unseren Support auch ganz ok. Schade ist nur, dass man das Gefühl hat, es wäre irgendwie sogar doch ein Punkt drin gewesen. So schlecht gespielt haben wir eigentlich nicht, aber die Chancenauswertung war natürlich gar nicht zu gebrauchen.

Nach dem Spiel sah man sich dann endgültig mit der Tatsache konfrontiert, dass man an dem Tag wohl eigentlich keine Chance hat nach Hause zu kommen, wenn man die WET-Tour durchzieht. Also erstmal eine Weile im örtlichen Schnellrestaurant gechillt und dann der freundlichen Einladung nach Augsburg gefolgt um dort die Stunden bis zum ersten Zug Richtung Heimat tot zu schlagen. Die Augsburger hatten wohl damit gerechnet, dass dieser Idee so ca. 20 Leute folgen würden. Als wir am Augsburger HBF den Zug verließen wurde aber sehr schnell klar, dass es im Endeffekt mehr als die Doppelte Anzahl war, die dort Richtung Kneipe marschierte. Eine richtig geile Aktion!

In Gesellschaft der üblichen Verdächtigen wurden noch einige Passanten nach dem Weg zur sagenumwobenen Hasengasse befragt, aber keine konnte oder wollte und dazu näheres erzählen. So wurde die gesamte Zeit in der Kneipe totgeschlagen was in anbetracht der Tatsache, dass das ein Richtig cooler Laden war auch nicht besonders schwer fiel. Auf dem Rückweg zum Bahnhof dachten wir schon, wir wären tatsächlich 4 Stunden in Augsburg gewesen ohne dass die Polizei es merkte, aber das sollte sich (selbstverständlich) noch ändern. Nach einem kleinen Wortgefecht mit Passanten schaukelte sich die Situation hoch und im Endeffekt wurden wir zum Bahnhof eskortiert. Für uns war es das dann, ich hoffe allen Mitreisenden erging es genauso.

Im Zug zurück nach Nürnberg wurde noch hilfbereit die Beziehunsschwierigkeiten mitreisender Mädels erläutert (Immer dieser Günther. Ein ganz schlimmer Finger!) bevor man mitten im Nirgendwo umsteigen wollte um mit einem anderen RE schneller nach Hause zu kommen. Leider waren wir nicht alleine an dem Bahnhof und da wir einfach nur müde (und teilweise voll) waren, war die Aussicht auf eine nächtliche Auseinandersetzung nicht so sehr verlockend. Wir erkundeten also ein bischen die Umgebung, um der Gesellschaft am Bahnhof aus dem Weg zu gehen. Wie es zu erwarten war ließen wir uns dabei ein ganz kleines bischen zu viel Zeit, so dass der Zug grade weg fuhr, als wir wieder am Bahnhof ankamen.

Da wir bis zum Zug um 6:25 noch etwas Zeit hatten wurde eine, bei der Erkundung der spannenden Gegend entdeckte, Sparkasse aufgesucht und sich im Warmen erstmal eine Runde aufs Ohr gehauen. Die anschließende Zugfahrt wurde auch komplett verpennt und so trudelten wir um kurz vor 9 dann am Bahnhof meiner Heimatstadt ein, von wo aus ich mit dem Bus nach Hause fuhr, um mich ins Bett zu schmeißen. Nachmittags sollte ich im Büro erscheinen.

So nahm auch diese, wie immer höchst entspannte, Tour ihr Ende. „I wanna stand with you on a mountain…!“

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